Der Name unserer Tracht

Unsere Tracht gehört zu den Schaumburger Trachten. Als Schaumburg-Lippe noch ein selbständiges Land war, nannte man die Tracht auch Schaumburg-Lippische Nationaltracht oder Schaumburg-Lippische Landestracht.
Die Schaumburger Trachten werden in zwei Hauptgruppen unterteilt und zwar in die im östlichen Teil des Landes getragene Österten Tracht und die im westlichen Teil getragene Westerten Tracht. Außerhalb dieser Hauptgruppen gibt es noch die Friller Tracht, die aber nur in einem kleinen Teil Schaumburg-Lippes getragen wird.

Sammel-
begriff:

Schaumburger Tracht
Schaumburg-Lippische Nationaltracht
Schaumburg-Lippische Landestracht

geografische
Unterteilung:

Österten Tracht

Westerten Tracht

Friller Tracht

Name
der Tracht:

Lindhorster Tracht
Häger Tracht
Freienhäger Tracht

Bückeburger Tracht
Bückeburger Nationaltracht

Bild-
darstellung:

Lindhorsterin Bückeburgerin Friller Tracht

Der Schaumburg-Lippische Lehrer Wiegmann unterscheidet 1912 in der Heimatkunde die Friller, die Bückeburger und die Lindhorster Tracht. Diese Begriffe haben sich heute allgemein durchgesetzt.
1901 hat Prof. Jostes den Auftrag bekommen, alle westfälischen Trachten zu beschreiben. Die Schaumburger Trachten zählte er damals zu den Westfälischen und nahm sie ins westfälische Trachtenbuch auf. Erst nach dem 2. Weltkieg wurde Schaumburg-Lippe ein Teil Niedersachsens.
Prof. Jostes prägte in Anlehnung an die sieben freien Hagen in Schaumburg-Lippe (Hülshagen, Lauenhagen, Lüdersfeld, Pollhagen, Probsthagen, Vornhagen und Wendthagen), die Bezeichnungen Freienhäger- und Häger-Tracht. Genau genommen ist das nicht ganz richtig, weil Pollhagen und Wendthagen im Bereich des Bückeburger Trachtengebietes liegen.

Unterscheidungsmerkmale
Die Trachten unterscheiden sich von Kirchspiel zu Kirchspiel. Die genaue Zuordnung zu einem Kirchspiel ist jedoch nur Kennern möglich. Die Grundrichtungen der Tracht sind dagegen leicht auseinanderzuhalten. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Mütze der Frau. Die Bückeburger Tracht ist mit einer großen Schleifenhaube ausgestattet. Die Lindhorster mit einer Punzmütze, die auf dem Punz, einem über der Stirn gebundenen Haarknoten getragen wird. Zur Friller Tracht gehört dagegen eine flache Mütze.

Die Lindhorster Tracht

Lindhorst liegt im ehemaligen Fürstentum Schaumburg-Lippe. Die Grenze des Trachtengebietes ist aber nicht mit den politischen Grenzen identisch. So kommt es, daß auch in den ehemals hessischen Nachbardörfern die Österten Tracht getragen wird. In der ehemaligen (hessischen) Grafschaft Schaumburg vermeidet man jedoch die Bezeichnung "Lindhorster Tracht". So spricht man in Rinteln von der Nordhessischen in Rodenberg von der Rodenberger und in Bad Nenndorf von der Bad Nenndorfer Tracht. Das ist auf nachbarschaftliche Rangeleien zurückzuführen. So werden die Hessen heute noch gelegentlich "blinde Hessen" genannt.

Eine echte Variante der Lindhorster Tracht ist die Apelerner Tracht. Diese zeichnet sich durch eine eigene Mützenform aus. Seit dem 2. Weltkrieg wird diese Mütze jedoch nicht mehr getragen.


01.11.2000 jb Zurück zur Startseite